Geschichte

Das Museum der Volksbauweise - etnographischer Park in Olsztynek (dt. Hohenstein) ist eines der ältesten Freilichtmuseen in Polen, Seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1909 zurück: damals hat die Regierung in Königsberg (in dem heutigen Kaliningrad) beschlossen, ein Museum volkstümlicher Baukunst auf dem Gelände des Königsberger Zoologischen Gartens zu gründen. Man hat zu diesem Zweck ungefähr 22 Kopien von Holzbauten aus dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußens aus dem 18. bis 19. Jahrhundert errichtet. 1937 hat man beschlossen, die Gebäude in Königsberg ab- und in Olsztynek wieder aufzubauen. In den Jahren 1938-1942 wurde die Umsiedlung der Museumsgebäude vollendet. Von jenen volkstümlichen Gebäuden sind bis heute noch 12 erhalten, u.a. der Hof aus Litauen, die Kopie der evangelischen Kirche aus Rynchowo, die Bauern hütte mit Laube aus Burdajny und die Schmiede aus Bielica.
Zur Zeit befinden sich im Freilichtmuseum 74 große und kleine Gebäude, die die regionalen Baustile von Ermland, Masuren, Weichselland und von Kleinem Litauen repräsentieren. Die Gebäude sind in verschiedenen architektonischen Stilen errichtet und repräsentieren unterschiedliche
Funktionen: Wohnhäuser, Lagerhäuser, Wirtschaftsgebäude, sakrale Gebäude; sowie verschiedene „Handwerksgebäude": eine Wassermühle, eine Ölmühle und eine Schmiede. Die Ausstattung der Gebäude ist ausschließlich nach 1945 angesammelt worden und stellt die traditionellen Arbeits- und Lebensweisen auf dem Lande aus dem 19. und 20. Jahrhundert vor.
Die natürliche Umgebung als Lebensraum von Vögeln und Insekten, die den Häusern vorgelagerten Gärten im Sommer, traditionelle Saaten auf den Feldern, die ausgedehnten Weiden, die Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe und das Geflügel schaffen eine eindrucksvolle und authentische Atmosphäre eines Dorfes aus älterer Zeit. Alle diese Bestandteile machen das Gelände des Ethnographischen Parks zu einem Anziehungsplatz für Besucher: hier bieten sich fantastische Möglichkeiten für Spaziergänge und Entspannung. Verbunden mit der reichen Kultur von Ermland und Masuren lohnt sich ein Besuch umso mehr.
Das Museum besitzt auch zwei Objekte im Zentrum von Olsztynek: einen Ausstellungssalon in der ehemaligen evangelischen Kirche und einen zu den Verteidigungsmauem gehörenden Verteidigungsturm, in dem sich derzeit das Museum mit den Andenken an Christoph Celestyn Mrongowiusz - den Verteidiger der polnischen Sprache, der polnischen Kultur und Traditionen in Ostpreußen - befindet. Seit 1998 ist das Museum die kulturelle Einrichtung der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Ermland-Masuren.